Wozu brauche ich einen Watstock?

Ein Watstock oder Wanderstock ist scheinbar nur etwas für die alten Leute, die sich kaum noch auf den Beinen halten können. Oder?

War jemand von euch schon einmal an der Schwarza zum Fliegenfischen gewesen? Um dort halbwegs Erfolg zu haben, muss man einige Kilometer Fußweg einplanen. Glatte (richtig glatte!) Steine, die als Extra-Bonus noch so richtig schön locker im Flussbett liegen, runden die unsicheren Untergrundverhältnisse ab.

Ein “drittes Bein”, welches zu einer verbesserten Standfestigkeit beitragen kann, ist manchmal sehr sinnvoll. Auch für jüngere Fischer, die glauben, das (noch) nicht zu brauchen. Es ist oft nur ein Fehltritt, ein kippeliger Stein mit Moos- oder Algenbewuchs und schon ist ein “Bad” angesagt. So weit, so gut. Aber wenn du fällst, was dann? Ein Bein ist schnell gebrochen. Schmerzhaft und problematisch, auch wenn man Hilfe rufen kann. Im Schwarzatal z. B. ist der Handy-Empfang mehr als eingeschränkt. Du hast an vielen Stellen einfach kein Netz! Wenn du aber auf den Kopf fällst und womöglich k. o. bist, was dann? Selbst knöcheltiefes Wasser kann dazu führen, dass man ertrinkt. Oft ist man alleine unterwegs. Hilfe ist womöglich weit vom eigenen Standort entfernt. Funktioniert das Handy nicht, hilft vielleicht eine Trillerpfeife, um sich bemerkbar zu machen. Aber ein Watstock kann helfen, dass solche Situationen gar nicht erst eintreten.

Die faltbaren Stöcke, die man im Fachhandel kaufen kann, sind jedoch recht teuer und durch den “Vorteil”, dass sie faltbar sind, werden sie manchmal zwar mitgeführt, sind aber im Notfall nicht vorbereitet, um eingesetzt zu werden.

Hier ist mein “neuer” Watstock:

Für wenige Euro kaufe ich mir einen 1,50 m langen Bambus-Stab, bringe unten eine Spitze und oben einen Knauf an. Ein Griffstück aus Paracord und eine Schlaufe zum Einhängen und schon ist er fertig! Mit einigen Handgriffen kann man ihn personalisieren, damit er etwas besser aussieht.

Ein mögliches Update:

Am Oberteil des Watstockes, hier ein ausgedienter Nordic-Walking-Stab, ein Gewindestück eingeklebt und du kannst deinen Kescherkopf daran befestigen. So hast Du einen Watstock und gleichzeitig einen langstieligen Kescher, wenn es einmal einen Fisch vom erhöhten Ufer aus zu landen gilt.

Ihr seht, es geht auch beim Angeln nicht immer nur beschaulich zu. Wer schon einmal mit einer ernsthaften Verletzung alleine im Wald oder am Wasser war, wird mir beipflichten. Wenn du gesund nach Hause kommst, steht deinem nächsten Ausflug ans Wasser nichts im Wege. Am besten nicht alleine, denn mit einem guten Freund macht ein schöner Ausflug ans Wasser noch viel mehr Freude. Ein guter Freund ist sehr wertvoll. Daher sollte man auch die Freuden eines gemeinsamen Hobbys mit ihm teilen.

Das soll es für diesmal gewesen sein. In der Hoffnung, dass diese Hinweise euch angeregt haben, über die eigene Sicherheit ein wenig nachzudenken, verbleibe ich

euer Eberhard Scheibe – der Tenkara Ebs

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.